Zur Behandlung einer Tumorerkrankung können Ärzte auf viele wirksame Therapien und langjährige, internationale Erfahrungswerte zurückgreifen. Die Entscheidung über Art, Dauer, Dosis und Kombination (Multimodales Therapiekonzept) verschiedener Behandlungsmethoden wird für jeden Patienten individuell getroffen - meist von mehreren Spezialisten im Rahmen einer interdisziplinären Arbeitsgruppe.
Um einen maßgeschneiderten Therapieplan festzulegen, muss das Stadium der Erkrankung bekannt sein. Welche Therapieformen im Einzelfall gewählt werden und ob eine der Therapien für sich ausreicht oder mit anderen kombiniert werden muss, hängt vom jeweiligen Krebstyp ab.
Die fünf wichtigsten Therapieformen bei Krebs sind:
Operation: Der chirurgische Eingriff ist das älteste Verfahren der Tumorbehandlung. Vor allem Tumore, die noch nicht in ihre Nachbarorgane eingedrungen sind und noch keine Metastasen gebildet haben, können ganz beseitigt werden. In der Regel wird bei der Operation an die Geschwulst grenzendes Gewebe entfernt, manchmal auch Lymphknoten. Häufig folgen auf die Operation eine oder mehrere andere Therapien. Operationen nehmen meist Chirurgen, Gynäkologen, Urologen und Neurochirurgen vor.
Chemotherapie: Die Chemotherapie ist eine systemische Therapie. Das heißt, dass sie Auswirkungen auf den gesamten Körper hat. Sie wird eingesetzt, wenn der Tumor sich schon über Blut- und Lymphbahnen ausgebreitet hat oder der Verdacht darauf besteht. Auch ist sie das Mittel der Wahl bei Tumoren der blutbildenden Organe (Leukämien und Lymphome). Dabei töten Medikamente (Zytostatika) Krebszellen ab oder hindern sie an ihrer weiteren Vermehrung. Neben den Tumorzellen werden auch gesunde Zellen in Mitleidenschaft gezogen, z. B. haarbildende Zellen oder Zellen im Verdauungstrakt. Eine Chemotherapie wird von onkologisch tätigen Fachärzten (z. B. internistischen Onkologen) geleitet.
Strahlentherapie: Die Strahlentherapie (Radiotherapie) ist im Unterschied zur Chemotherapie örtlich begrenzt. Die Gesamtstrahlendosis wird meist auf viele kleine Einzeldosen verteilt, um gesundes Gewebe zu schonen. Art und Dauer der Bestrahlung sind abhängig von der Krebsart und der Empfindlichkeit des Gewebes. Eine Radiotherapie kann allein oder in Kombination mit anderen Behandlungsmethoden wirksam sein und wird von Strahlentherapeuten durchgeführt.
Hormontherapie: Bei Geschwülsten, die hormonabhängig wachsen (z. B. manche Arten von Brust- oder Prostatakrebs), kann eine Behandlung mit Hormonen das Tumorwachstum hemmen und die Bildung von Metastasen verhindern. Meist sind entsprechende Fachärzte (z. B. internistische Onkologen, Gynäkologen und Urologen) für eine Hormontherapie verantwortlich.
Immuntherapien: Die Immuntherapien (auch biologische oder Biotherapien) sind in der Krebsbehandlung relativ neu. Sie bedienen sich des körpereigenen Immunsystems, um die Krebserkrankung zu bekämpfen oder die Nebenwirkungen anderer Behandlungsarten zu lindern und werden meist von Internistischen Onkologen durchgeführt, oft auch im Rahmen von Studien. Zum Einsatz kommen u. a. Interferone, Interleukine, koloniestimulierende Faktoren, monoklonale Antikörper und Tumorimpfungen.
Im Verlauf einer Behandlung können manche Patienten an einer Therapiestudie teilnehmen. Diese Studien dienen dazu, Wirksamkeit und Verträglichkeit von Operationen, Medikamenten und Bestrahlungen festzustellen. Durchgeführt werden sie von besonders erfahrenen Ärzten. Eine Ethikkommission aus Ärzten, Juristen und medizinischen Laien kontrolliert unabhängig und übergeordnet das Konzept der Studie.
Die Therapie der meisten Krebsarten gliedert sich in stationäre und ambulante Behandlungsabschnitte.
Die stationäre Behandlung umfasst Therapien, die nur im Krankenhaus oder in der Klinik und unter permanenter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden können. Der Tumorpatient bleibt während der gesamten Zeit der Behandlung im Krankenhaus oder in der Klinik.
Die ambulante Therapie umfasst alle Phasen der Behandlung, in denen der Patient nicht unter andauernder ärztlicher Beobachtung stehen muss. Es genügt, wenn er (meist nur stundenweise) für die Behandlung zum Arzt kommt. Darüber hinaus kann er in seinem gewohnten familiären Umfeld leben und seinen Alltag so weit wie möglich selbst bestimmen. Eine ambulante Behandlung führen Ambulanzen, Poli- und Tageskliniken in Krankenhäusern und Kliniken sowie niedergelassene Ärzte durch. Zu Hause sollte der Patient von Angehörigen und/oder einem ambulanten Pflegedienst unterstützt werden.
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